Ergänzung am 3.12.: Da im Moment einiger Traffic vom Standard hierher kommt, möchte ich ein interessantes Detail zur betreffenden Geschichte ergänzen. Der Guardian, die ursprüngliche Quelle, hatte zuerst geschrieben, dass Pierce die erhaltenen Drohungen in direktem Zusammenhang mit GamerGate sehe („Pearce [..] believes the harassment she’s been receiving is directly related to the Gamergate controversy.“

Auf Twitter fragten daraufhin einige, worauf diese Annahme beruhe. Und Pearce tweetete:

Yeah, I’m not comfortable suggesting that this is related to GG. There’s no indication of that.

Und:

Yes, they asked. I wouldn’t have mentioned GG if I hadn’t been prompted to.

darauf folgte dieser Dialog:

@TheRealSkiba Nov 29
@Charalanahzard @dingl_ How do you feel being used an an object…a pawn so to speak, in their great machinations. #gamergate

@Charalanahzard Nov 29
@TheRealSkiba @dingl_ I feel that GG are doing that to me, too. That said, neither side has abused me at all! Very respectful.

@dingl_ Nov 29
@Charalanahzard @TheRealSkiba Hm to be fair we didn’t drag U into this but glad no abuse *Thumbsup There B trolls on all sides of things

@Charalanahzard
@dingl_ @TheRealSkiba That is true, and I’m not offended, but I certainly feel like I’m being used as a ‚pawn‘ for both sides.

Der Guardian ergänzte schließlich den Artikel. Aus Pearces „no indication of that“ wurde dabei „no solid proof“.

— Ab hier der ursprüngliche Beitrag —

dragon1dragon2

Genau so läuft das die ganze Zeit. Man wird ganz hirnkrank davon.

(Das Spiel heißt übrigens „That Dragon, Cancer“, mit Komma. „Der Drache Krebs“, nicht „Dieser Drachenkrebs“.)

Edit: Weil nicht alle folgen konnten:

– SabineGirl behauptet, Entwickler des Spiels „That Dragon, Cancer“ würden von GamerGatern belästigt, weil Menschen, die GamerGate nicht mag, das Spiel als interessant bezeichnet hätten.
– Entwickler von „That Dragon, Cancer“ erklärt, keine Belästigungen oder Drohungen von Gamergate oder sonst jemandem erhalten zu haben.
– Liz hält SabineGirl das unter die Nase und bittet um Stellungnahme.
– Die Antwort von SabineGirl an Liz (rechts) ist eindeutig.

Der Einzelfall ist unwichtig, aber interessant, weil – ich wiederhole mich – es die ganze Zeit so läuft. Auf Widerlegungen von irgendwelchen Teilen des feministischen / SJW-Narrativs, das GamerGate dämonisiert und bis heute herrschende Meinung der Mainstream-Medien ist (die vermutlich einfach aus den Gaming-Medien abschreiben), wird mit Beschimpfungen, Blocken oder Ignorieren reagiert.

LoMi machte mich dazu auf einen Kommentar von djadmoros bei man tau aufmerksam, der dazu gut passt. Daraus:

Die Differenzierungsverweigerung ist dann einfach ein operativer Modus der Unfähigkeit zur Perspektivübernahme. Differenzierung würde bedeuten, sich auf eine *gemeinsame* Welt einzulassen und deren Merkmale in einem Spiel auf Gegenseitigkeit zu »verhandeln«. Darum ist es in innerfeministischen Kontroversen auch so wichtig, sich bei jeder internen Kritik zu vergewissern, dass trotzdem die *Gemeinsamkeiten* nicht in Frage gestellt werden. Narzissmus kennt aber keine »gemeinsamen Welten«, sondern immer nur die eigene, und diese eigene Welt gründet in einer emotionalen Befindlichkeit, die *vor* allen Differenzierungen liegt. »Ich fühle mich betroffen« heißt dann automatisch: »ich habe recht«.

Und genau dieser Standpunkt wird uns dann als feministischer und weiblicher Beitrag zur Moral verkauft, d.h. das Insistieren auf rationalem Abwägen und Differenzieren wird als »männlich« und »patriarchal« denunziert. Von Carola Meier-Seethaler, einer der deutschen Matriarchats»forscherinnen«, ist überliefert, dass sie auf die banale Frage (einer Frau), *wann genau* die angeblichen Matriarchate denn existiert haben, geantwortet haben soll: »Das ist eine patriarchale Fragestellung«.

Das wiederum berührt natürlich eng den Aspekt der Realitätsverweigerung.

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